CHRISTSEIN. KONKRET.
Kulturwissenschaftliche
Perspektiven auf Glaube,
Gemeinde und Menschenbild
Was glaubten die ersten Christen – und wie lebten sie? Was verraten Taufbecken, Grabinschriften und Amulette über den Alltag von Gemeinden, die in keinem Geschichtsbuch vorkommen? Und was hat die Kognitionsforschung mit der Praxis der Wüstenväter zu tun?
Diese Beitragssammlung verbindet drei Zugänge: die Quellen und Befunde der ersten fünf Jahrhunderte, die Frage nach Gemeinde als sozialer Wirklichkeit und das Gespräch zwischen biblischem Menschenbild und moderner Forschung. Der Zugang ist kulturwissenschaftlich, die Perspektive evangelikal. Jeder Beitrag nennt seine Quellen. Wo ein Gedanke über die Quellenlage hinausgeht, wird das kenntlich gemacht
FRÜHES CHRISTENTUM
Quellen und Archäologie der ersten fünf Jahrhunderte
Archäologie – Was aus dem Boden kommt: Hauskirchen, Taufbecken, Inschriften und Grabstätten von Palästina bis ins römische Germanien.
Ritualgeschichte – Was Menschen wiederholt und geordnet tun: Taufe, Gottesdienst, Gebet und Bestattung in den ersten Gemeinden.
Religionsgeschichte – Wie sich Überzeugungen, Symbole und Bewegungen entwickeln: von der Gnosis über den Manichäismus bis zur Entstehung des Weihnachtsfestes.
Schriftkultur – Wie Texte entstehen, überliefert und als verbindlich durchgesetzt werden: von den Schreibern des Paulus bis zum ältesten Kanonverzeichnis.
GEMEINDE ALS GELEBTE WIRKLICHKEIT
Wie Traditionen, Lebenswelten und Strukturen Gemeindeleben prägen
Sozialgeschichte – Wer mit wem aß, wer sprechen durfte, wer Verantwortung trug: Rollen, Hierarchien und Spannungen in antiken und heutigen Gemeinden.
BIBLISCHES MENSCHENBILD UND MODERNE FORSCHUNG
Kognitionsforschung, KI und die Frage nach dem Menschen
Historische Anthropologie – Wie Menschen in verschiedenen Epochen wahrgenommen, gedacht und sich verhalten haben: monastische Praxis im Licht der Hirnforschung, Denkfehler und Unterscheidungslehre, maschinelle Sprache und die Frage nach Gegenwart.